Ratgeber Schimmelbeseitigung
Schimmel ist ein Feuchtigkeitsproblem
Schimmel wächst dort, wo über längere Zeit Wasser verfügbar ist. Alles andere, was er zum Wachsen braucht, ist ohnehin vorhanden: Sporen liegen in jeder Raumluft, Nährstoffe stecken in Tapete, Kleister, Staub und Farbe. Die Feuchtigkeit ist die einzige Größe, die sich beeinflussen lässt, und damit der einzige Hebel.
Maßgeblich ist die Feuchte direkt an der Bauteiloberfläche. Der Wert, den ein Hygrometer in der Raummitte anzeigt, sagt darüber wenig aus. Schimmel beginnt zu wachsen, wenn dort über Tage hinweg etwa 80 Prozent relative Luftfeuchte anliegen. Bei 20 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Raumluftfeuchte ist dieser Wert an einer Wandoberfläche erreicht, die kälter als rund 13 Grad ist. Genau deshalb sitzt Schimmel in Außenecken, hinter Schränken an Außenwänden, an Fensterlaibungen und in Rollladenkästen: Dort ist die Wand kälter als im Rest des Raumes.
Daraus folgt eine einfache Prüfung, bevor irgendjemand mit einem Reinigungsmittel anrückt. Ist die Wand kalt, weil eine Wärmebrücke vorliegt? Ist sie nass, weil Wasser aus dem Erdreich aufsteigt oder von außen eindringt? Oder liegt es an einem Wasserschaden, der nie richtig getrocknet wurde? Jede dieser Ursachen führt zu einer anderen Maßnahme.
Unabhängig davon lassen sich Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen. Nach § 35a EStG sind 20 Prozent der Arbeitskosten absetzbar, gedeckelt auf 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung ist eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Arbeitslohn und die Zahlung per Überweisung. Wir weisen den Arbeitsanteil in unseren Rechnungen deshalb separat aus.
Woher die Feuchtigkeit kommt
Aufsteigende Feuchtigkeit betrifft vor allem Keller und Erdgeschosswände in Altbauten ohne durchgehende Sperrschicht. Das Wasser wandert kapillar aus dem Erdreich nach oben, oft begleitet von Salzausblühungen. Hier hilft nur eine Horizontalsperre, wie wir sie bei der Mauerwerksabdichtung einsetzen.
Seitlich eindringendes Wasser zeigt sich an Kellerwänden, deren Außenabdichtung fehlt oder gealtert ist. Nach Regen werden die Flecken größer, in trockenen Wochen kleiner. Die Lösung liegt in der Kellerabdichtung.
Kondensation entsteht, wenn warme, feuchte Raumluft auf kalte Bauteile trifft. Ursache sind ungedämmte Betonstürze, auskragende Balkonplatten, Heizkörpernischen oder ungedämmte Rollladenkästen. Hier ändert eine Abdichtung nichts, gefragt sind bauliche Anpassungen und ein angepasstes Lüftungsverhalten.
Wasserschäden aus Rohrbrüchen oder undichten Anschlüssen sind der vierte Fall. Wird nach dem Schaden nicht ausreichend getrocknet, bleibt Feuchtigkeit in Estrich und Dämmschicht zurück und der Schimmel kommt Monate später.
Wir grenzen diese Fälle mit Feuchtemessung im Baustoff, Oberflächentemperaturmessung und einer Aufnahme des Raumklimas gegeneinander ab. Wie sich Feuchtigkeit im Keller erkennen lässt, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.
Wo Schimmel typischerweise sitzt
Im Bad sind es Fugen, Silikon und Deckenecken. Dort trifft viel Nutzungsfeuchte auf zu wenig Luftwechsel.
Im Schlafzimmer sitzt der Befall in Außenecken hinter dem Bett und hinter Schränken an Außenwänden. Nachts sinkt die Raumtemperatur, die Luftfeuchte steigt, und hinter dem Möbel bewegt sich keine Luft.
Rollladenkästen sind eine Kältebrücke, die kaum jemand kontrolliert. Der Befall bleibt dort oft jahrelang unbemerkt.
An Fensterlaibungen tritt Schimmel häufig nach einem Fenstertausch auf. Neue, dichte Fenster senken den ungewollten Luftwechsel, und die Feuchtigkeit, die vorher durch Undichtigkeiten abzog, schlägt sich jetzt an der kältesten Stelle nieder.
Im Keller steckt fast immer Bausubstanzfeuchte dahinter. Hier lohnt der Blick auf die Abdichtung, bevor über Lüftungsverhalten gesprochen wird.
Auf dem Dachboden ist es Kondenswasser unter der Dachschalung, oft verbunden mit Holzschäden. Steht der Verdacht auf Echten Hausschwamm im Raum, wird es dringend, wie unser Beitrag zur Hausschwammsanierung zeigt.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes ordnet Befall nach Ausmaß und Situation ein. Als grobe Orientierung: Ein oberflächlicher Befall von weniger als etwa einem halben Quadratmeter auf festem, nicht saugendem Untergrund lässt sich unter Schutzmaßnahmen selbst behandeln. Alles darüber gehört in fachliche Hände.
Unabhängig von der Fläche sprechen weitere Punkte für einen Fachbetrieb: wenn der Befall auf oder in porösen Materialien wie Putz, Tapete oder Dämmstoff sitzt, wenn die Ursache unklar ist, wenn Bewohner Vorerkrankungen der Atemwege haben, wenn nach einem Wasserschaden Feuchtigkeit im Bodenaufbau vermutet wird oder wenn eine Dokumentation für Versicherung, Vermieter oder Mieter gebraucht wird.
Wie eine Schimmelsanierung abläuft
1. Ursachenklärung: Feuchtemessung, Oberflächentemperaturen, Raumklima, bei Bedarf eine Bauteilöffnung. Ohne dieses Ergebnis gibt es kein Sanierungskonzept.
2. Abschottung: Der Arbeitsbereich wird mit Folie vom Rest der Wohnung getrennt und unter Unterdruck gesetzt, die Abluft läuft über einen Filter nach außen. So bleibt der Staub, der beim Entfernen entsteht, dort, wo er entsteht.
3. Entfernung: Befallenes Material wird abgetragen und in geschlossenen Behältern entsorgt. Was bleibt, wird abgesaugt und gereinigt, feste Untergründe werden zusätzlich behandelt.
4. Trocknung: Solange Restfeuchte im Bauteil steckt, hat der Neuaufbau keinen Sinn. Je nach Schaden dauert das Tage bis Wochen.
5. Ursachenbeseitigung und Wiederaufbau: Abdichtung, Dämmmaßnahme oder Reparatur der Leckage, danach der neue Oberflächenaufbau.
6. Kontrolle und Dokumentation: Wir halten den Zustand vor, während und nach der Sanierung fest.
Noch ein Wort zur Erwartungshaltung. Sporenfreiheit lässt sich nicht herstellen, weshalb ein seriöser Betrieb sie auch nicht verspricht. Sporen sind in jeder Raumluft vorhanden, drinnen wie draußen. Das Ziel einer Sanierung ist, den Befall vollständig zu entfernen, die Sporenkonzentration im Raum wieder auf das Niveau der Außenluft zu bringen und die Feuchtequelle abzustellen. Wer Ihnen etwas anderes zusagt, verspricht zu viel.
Für Vermieter und Hauverwaltungen
Bei vermieteten Wohnungen entscheidet die Ursache über die Kostenträgerschaft. Ein Baumangel liegt in der Verantwortung des Eigentümers, unzureichendes Lüften und Heizen in der des Mieters. Zwischen beiden Polen liegen die meisten realen Fälle. Eine Wärmebrücke, die bei sorgfältigem Lüften unauffällig bleibt und bei normalem Wohnverhalten Schimmel produziert, gehört keiner Seite eindeutig zu.
Unsere Haltung dazu: Wir messen und dokumentieren, wir bewerten die Schuldfrage nicht. Was wir liefern, sind Zahlen, mit denen beide Seiten arbeiten können.
Deshalb dokumentieren wir auf Wunsch den gesamten Vorgang: Feuchtewerte in den betroffenen Bauteilen, Oberflächentemperaturen, Raumklimadaten, Fotos des Befalls und die durchgeführten Maßnahmen. Diese Unterlagen taugen für die Vorlage bei der Gebäudeversicherung ebenso wie für die Kommunikation mit dem Mieter oder für eine Eigentümerversammlung.
Für Hausverwaltungen mit mehreren Objekten fassen wir Begehungen zusammen und geben eine Einschätzung ab, welche Wohnungen kurzfristig Handlungsbedarf haben und welche beobachtet werden können.
Was eine Schimmelbeseitigung kostet
Bei einem begrenzten Befall in einem Raum, ohne Eingriff in den Bodenaufbau, bewegt sich eine Sanierung im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Kommen Abschottung mehrerer Räume, Trocknung über mehrere Wochen und der Rückbau von Estrich oder Dämmschichten dazu, wird daraus ein vierstelliger bis fünfstelliger Betrag.
Der größte Kostenfaktor ist die Ursache. Eine Schimmelbeseitigung ohne Abdichtung kostet einen Bruchteil, hält aber nur bis zum nächsten feuchten Winter. Wir sagen Ihnen im Angebot, welcher Teil auf die Sanierung und welcher auf die Ursachenbeseitigung entfällt, damit Sie beides getrennt bewerten können.
Woran Sie eine gute Fachfirma für Schimmelbeseitigung erkennen
Der Markt ist unübersichtlich, weil Schimmelsanierung kein geschützter Begriff ist. Diese Punkte helfen bei der Auswahl.
Ein Betrieb, der ohne Besichtigung einen Preis nennt, hat die Ursache nicht geprüft. Verlangen Sie, dass im Angebot steht, welche Ursache angenommen wird und wie sie ermittelt wurde. Fragen Sie, ob während der Arbeiten abgeschottet und unter Unterdruck gearbeitet wird, denn ohne diese Maßnahmen verteilen sich Sporen in der gesamten Wohnung. Lassen Sie sich sagen, wie lange getrocknet wird und woran das Trocknungsende festgemacht wird. Achten Sie darauf, ob der Betrieb die Ursache selbst beheben kann oder nur die Oberfläche behandelt.
Wir arbeiten seit über fünfzehn Jahren an Bauwerksabdichtung und Schimmelsanierung und führen beides aus einer Hand aus. Unsere Mitarbeiter sind für die Schimmelsanierung geschult, verbaut werden Systeme von Köster und MC-Bauchemie.
Wo wir arbeiten
Wir arbeiten von Neukirchen-Vluyn und Erkelenz aus im gesamten Rheinland und im westlichen Ruhrgebiet. Bei Schimmel fahren wir häufiger nach Düsseldorf, Neuss und Krefeld als bei unseren anderen Leistungen, weil dort viele Mietwohnungen betroffen sind und die Ursachenfrage schnell geklärt werden muss.
Ein Muster, das uns in dieser Region regelmäßig begegnet: Wohnungen aus den fünfziger und sechziger Jahren, in denen vor einigen Jahren neue Fenster eingebaut wurden. Vorher zog Feuchtigkeit durch undichte Rahmen ab, danach bleibt sie im Raum und schlägt sich an der kältesten Stelle nieder. Der Schimmel taucht dann ein bis zwei Winter nach dem Fenstertausch auf, und die Ursache liegt weder am Lüftungsverhalten allein noch am Fenster.
Bei akutem Befall melden wir uns innerhalb von 24 Stunden mit einem Termin. Für Hausverwaltungen mit mehreren Objekten fassen wir Begehungen zusammen.